Ich werde oft gefragt, was ich eigentlich schon alles gemacht habe und wie ich dahin gekommen bin, wo ich heute bin. Die ehrliche Antwort: Mein Weg war definitiv kein gerader. Aber einer, auf dem ich unglaublich viel gelernt habe. Und vielleicht ermutigt er die ein oder andere, mutig ihren eigenen zu gehen.
Der Anfang: Psychologie trifft Marketing

Ich habe Wirtschaftspsychologie studiert und bin über ein Praktikum bei L'Oréal ins Trainee-Programm gekommen. Dort habe ich gelernt, wie Marken funktionieren, wie man sie aufbaut und wie man Menschen für sie begeistert… und ziemlich schnell gemerkt, wie gerne ich selbst welche aufbauen würde.
Raus aus dem Konzern

2018 habe ich meinen Konzernjob an den Nagel gehängt. Angefangen hat alles mit Flowercrowns und Deko, verkauft über Instagram. Daraus wurden Hochzeitsdekoration, Events und Floristik und am Ende sogar ein Franchise. Zum ersten Mal hatte meine Liebe zum Gestalten einen richtigen Platz.
Wachsen: vom Concept Store zum Onlineshop

In Düsseldorf Unterbilk habe ich den Concept Store Wild Daisy eröffnet. Deko, Schmuck, Mode und lauter Dinge, die man nicht sucht, aber sofort liebt. Mit Corona wurde aus dem kleinen Laden ein großes E-Commerce-Business mit Fokus auf Mode, einem Investor an Bord und einem Team von über 20 Menschen. Wir sind gewachsen, haben investiert und Rekorde gefeiert.
Wenn Pläne nicht aufgehen

Anfang 2023 musste ich mein Unternehmen in der schlimmsten Krise meiner Karriere und nach einem bitteren Kampf darum abwickeln. Alles, was wir aufgebaut hatten, war weg. Das gehört genauso zu meiner Geschichte wie alles andere.
Danach bin ich zu L'Oréal zurückgegangen und habe dort ein Team für Brand Communication und Influencer Marketing für mehrere Marken aufgebaut und geleitet. Eine Zeit, in der ich viel gelernt habe. Und in der ich gemerkt habe, dass ich in Konzernstrukturen einfach nicht mehr zuhause bin.
2024: wieder eigene Wege

Also habe ich mich ein zweites Mal selbstständig gemacht. Als Content Creator und mit einem neuen eigenen Modelabel. Außerdem bin ich als Gesellschafterin bei der Kindermodemarke Boto Boto eingestiegen. Und irgendwann habe ich mein Label, obwohl es gut lief, ganz bewusst pausiert. Genau diese Pause war der Moment, in dem ich zum ersten Mal wirklich verstanden habe, was ich eigentlich die ganze Zeit aufbauen wollte.
Heute: alles an einem Ort

Lange dachte ich, es geht darum, ein Unternehmen aufzubauen und Gründerin zu sein. Heute weiß ich: Eigentlich ging es immer darum, einen Ort zu schaffen, den ich selbst vergeblich gesucht habe. Statt vieler einzelner Projekte gibt es deshalb jetzt diese Plattform unter meinem Namen. Und irgendwann, das ist mein größter Wunsch, auch einen echten Ort, an dem Begegnungen stattfinden können.
Was ich mitgenommen habe
Wir vergleichen unser Kapitel 1 so oft mit dem Kapitel 20 von anderen. Und vergessen dabei, wie weit wir selbst schon gekommen sind. Mein Weg hatte Höhen und richtig tiefe Tiefen, und ich würde keinen Schritt davon hergeben. Weil nichts davon umsonst war.
Wenn du gerade selbst an so einem Punkt stehst, an dem nichts mehr gerade läuft: Du bist nicht allein. Und es geht weiter. 🤍
Deine Lena